
Du möchtest Coiffeuse oder Coiffeur werden und fragst dich, ob dafür die Lehre der einzige Weg ist, oder ob der Einstieg auch später geht, ohne Lehrstelle und neben dem Beruf. Die kurze Antwort: In der Schweiz führen vier Wege in den Beruf. Die dreijährige Lehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ), die zweijährige Lehre mit Berufsattest (EBA), die Nachholbildung für Erwachsene mit Berufserfahrung und die Ausbildung mit Diplom an einer Privatschule. Dieser Ratgeber zeigt alle vier, sagt offen, welchen wir anbieten und welchen nicht, und beantwortet die Frage, die viele stellen: Brauchst du ein EFZ für den eigenen Salon? Die Swiss Beauty & Hair Academy ist eine Privatschule für Erwachsenenbildung in den Bereichen Beauty und Hair mit Standorten in Zürich und Lausanne und Kursen in mehreren Sprachen.
Wie wird man in der Schweiz Coiffeur oder Coiffeuse?
Die Wege unterscheiden sich in Zulassung, Dauer und Abschluss. Die Lehre mit EFZ oder EBA ist der Weg für Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit Lehrstelle. An Erwachsene, die seit Jahren im Beruf arbeiten, richtet sich die Nachholbildung. Die Ausbildung an einer Privatschule ist der Weg für Erwachsene ohne Lehrstelle, die neben dem Beruf einsteigen wollen. Wer schon Praxis oder einen Abschluss aus dem Ausland hat, braucht keinen Neustart, sondern eine Auffrischung oder eine Spezialisierung.
| Weg | Für wen | Zulassung | Dauer | Abschluss | Wer bietet an |
|---|---|---|---|---|---|
| Lehre Coiffeur/-euse EFZ | Schulabgängerinnen und junge Erwachsene mit Lehrstelle | Obligatorische Schule abgeschlossen, Lehrvertrag mit einem Coiffeurgeschäft | 3 Jahre | Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) | Lehrbetriebe und kantonale Berufsfachschulen |
| Lehre Coiffeur/-euse EBA | Wer praktisch lernt und einen kürzeren Weg sucht | Obligatorische Schule, Lehrvertrag | 2 Jahre | Eidgenössisches Berufsattest (EBA); danach verkürzte EFZ-Lehre möglich | Lehrbetriebe und Berufsfachschulen |
| Nachholbildung nach Art. 32 BBV | Erwachsene, die seit Jahren als Coiffeur arbeiten | Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung; Zulassung durch das kantonale Berufsbildungsamt | Berufsbegleitend, Dauer je nach Vorbereitung | EFZ ohne Lehre | Kanton (Prüfung), Berufsfachschulen und Branchenverband (Vorbereitung) |
| Ausbildung mit Diplom an einer Privatschule | Erwachsene ohne Vorkenntnisse, Berufswechsel, nebenberuflich | Mindestalter 16, keine Vorkenntnisse | 12 Monate (Damen- oder Herrenfach) oder 18 Monate (beides), ein Kurstag pro Woche | Diplom der Schule | Privatschulen, unter anderem wir |
| Spezialisierungskurs | Wer ein Fachgebiet lernen will, zum Beispiel Herren und Bart | Je nach Kurs keine | 6 Monate, ein Kurstag pro Woche | Zertifikat der Schule | Privatschulen, unter anderem wir |
| Wiederholungs- und Auffrischungskurs | Wiedereinstieg, Auslandsabschluss, Quereinstieg mit Praxis | Lehrvertrag, Berufsabschluss oder Praxis als Coiffeur | Individuell | Diplom der Schule | Privatschulen, unter anderem wir |
Die Angaben zu Lehre und Nachholbildung stammen von berufsberatung.ch und aus der Berufsbildungsverordnung (Stand Oktober 2026); massgebend sind die Vorgaben der Kantone. Was wir selbst anbieten, steht weiter unten mit Link auf die Kursseite.
Was ist die Coiffeur-Lehre, und was unterscheidet EFZ und EBA?
Die Lehre zur Coiffeuse oder zum Coiffeur EFZ dauert drei Jahre: vier Tage pro Woche arbeitest du in einem Coiffeurgeschäft, einen Tag besuchst du die Berufsfachschule, dazu kommen in mehreren Kantonen 18 Tage überbetriebliche Kurse, in denen die Branche praktische Grundlagen vermittelt. Am Ende steht das Qualifikationsverfahren, die Lehrabschlussprüfung, und damit das eidgenössische Fähigkeitszeugnis. Wer sehr gute Schulleistungen hat, kann die Berufsmaturität anhängen.
Die zweijährige Lehre mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) ist praktischer ausgerichtet und für alle gedacht, denen der schulische Teil der EFZ-Lehre schwerfällt. Nach dem EBA ist in der Regel ein Übertritt in das zweite Jahr der EFZ-Lehre möglich. Beide Lehren setzen eine Lehrstelle voraus, und Lehrbetriebe stellen in der Regel Jugendliche ein. Wer mit 25, 35 oder 45 umsteigen will, bekommt selten einen Lehrvertrag und kann sich einen Lehrlingslohn über zwei oder drei Jahre meist nicht leisten.
Zur Klarheit: Die Swiss Beauty & Hair Academy ist kein Lehrbetrieb. Wir bieten keine Lehre, kein EBA und kein EFZ an. Wenn dein Ziel die Lehre ist, führt der Weg über die Lehrstellensuche auf berufsberatung.ch und ein Coiffeurgeschäft, das ausbildet.
Kann ich das EFZ als Erwachsene ohne Lehre nachholen?
Ja. Die Berufsbildungsverordnung lässt Erwachsene zum Qualifikationsverfahren zu, wenn sie ihre Fähigkeiten ausserhalb einer Lehre erworben haben und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung mitbringen; wie viele davon im Coiffeurberuf sein müssen, legt das Berufsbildungsamt deines Wohnkantons fest. Es erteilt auch die Zulassung. Vorbereitungskurse führen Berufsfachschulen und der Branchenverband. Dieser Weg heisst Nachholbildung oder zweiter Bildungsweg nach Art. 32 BBV.
Wichtig für deine Planung: Die Nachholbildung setzt Praxis voraus, sie ersetzt den Einstieg nicht. Wer heute ohne Vorkenntnisse startet, braucht zuerst eine Ausbildung und danach einige Jahre im Beruf. Dann steht der Weg zum EFZ offen, und danach die Weiterbildungen, die wir im Ratgeber zur Weiterbildung für Coiffeure beschreiben. Die Vorbereitung auf das Qualifikationsverfahren bieten wir nicht an.
Coiffeur werden ohne Lehrstelle: Wie funktioniert der Einstieg als Erwachsene?
Für Erwachsene, die als Quereinsteigerin oder Quereinsteiger den Beruf wechseln und dabei weiterarbeiten wollen, ist die Ausbildung an einer Privatschule der direkte Weg. Unsere Coiffeur-Ausbildung mit Diplom gibt es in drei Varianten: Damenfach oder Herrenfach dauern je zwölf Monate, Damen- und Herrenfach zusammen 18 Monate. Der Unterricht findet an einem Kurstag pro Woche statt, dazu kommt ein freiwilliger Praxistag, an dem du am Modell übst. Die übrigen Tage bleiben für deinen bisherigen Job oder die Familie.
Du brauchst keine Vorkenntnisse; das Mindestalter beträgt 16 Jahre. Der deutschsprachige Unterricht findet in Zürich statt, in kleinen Gruppen, die praktischen Übungen teilweise in sprachlich gemischten Gruppen. Alle sechs Monate legst du eine simulierte Prüfung ab, mit je einer Note für Praxis und Theorie; am Ende steht die Abschlussprüfung. Mit bestandener Prüfung erhältst du das Diplom der Swiss Beauty & Hair Academy. Das Diplom ist der Abschluss unserer Schule, kein eidgenössischer Titel; was das für dich bedeutet, steht in der FAQ unten.
Dein Berufswerkzeug (Scheren, Kämme, Bürsten, Föhn) ist persönlich: Du kaufst es aus hygienischen Gründen selbst, der Betrag steht auf der Kursseite. Wer schon passendes Werkzeug besitzt, etwa aus einer Ausbildung im Ausland, bringt es nach Absprache mit der Fachlehrperson mit. Die Prüfungsgebühr ist im Kurspreis enthalten.
Was lernst du in der Coiffeur-Ausbildung?
Im Damenfach lernst du Kundenberatung, Haar- und Kopfhautkunde, Waschen und Pflege, die gängigen Schnitt- und Farbtechniken (von der klassischen Farbe über Strähnen bis zur Mèche, also der Aufhellung einzelner Strähnen), Föhnen, Styling und Finish sowie Hochsteckfrisuren. Im Herrenfach stehen die Barbier-Themen im Zentrum: Herrenschnitte mit Schere und Maschine, Fades (fliessende Übergänge), Bartschnitt und Rasur, dazu Mèches, Farbe und Haarbehandlungen wie chemisches Strecken. Wer beide Fächer wählt, deckt die ganze Dienstleistung eines Coiffeursalons ab.
Theorie und Praxis laufen von der ersten Woche an parallel: Was du im Theorieblock hörst, übst du am selben Kurstag am Übungskopf oder am Modell. Der freiwillige Praxistag gibt dir zusätzliche Übungszeit unter Anleitung.
Du hast schon Praxis oder einen Abschluss aus dem Ausland?
Dann brauchst du keine neue Grundausbildung. Für den Wiedereinstieg nach einer Pause, für einen Abschluss aus dem Ausland oder für Quereinsteigerinnen mit Praxis gibt es unseren Wiederholungskurs für Coiffeure: Ziel und Dauer legst du mit der Fachlehrperson fest, der Abschluss ist ein Diplom der Swiss Beauty & Hair Academy. Wer sich auf Herren und Bart spezialisieren will, wählt den Barbierkurs: sechs Monate, ein Kurstag pro Woche, Zertifikat, ohne Vorbedingung.
Was kostet der Einstieg, und wer zahlt mit?
Die aktuellen Preise der drei Varianten stehen auf der Kursseite. Du kannst den Kurs auf einmal bezahlen oder mit einer Anzahlung und Monatsraten ohne Gebühren und Zinsen; bei Vollzahlung erhältst du 3 % Skonto, ab dem zweiten Kurs an einer unserer Academies 10 % Ermässigung. Das Berufswerkzeug kommt dazu.
Eine Umschulung in der Schweiz bezahlst du in der Regel selbst. Zwei Ausnahmen gibt es: Wer beim RAV gemeldet ist, kann vor Kursbeginn ein Gesuch für einen individuellen Kurs stellen; die Arbeitslosenversicherung bewilligt ihn nur, wenn er die Vermittelbarkeit deutlich verbessert, und ohne schriftliche Zusage trägst du die Kosten selbst. Wer aus gesundheitlichen Gründen den Beruf wechseln muss, klärt eine berufliche Massnahme mit der IV-Stelle. In beiden Fällen entscheidet die Behörde, nicht die Schule; bei Bedarf unterstützen wir dich bei der Einreichung des Gesuchs.
Brauchst du ein EFZ, um dich als Coiffeur selbstständig zu machen?
Nein. Der Coiffeurberuf gehört in der Schweiz nicht zu den reglementierten Berufen: Für die Ausübung und für einen eigenen Salon schreibt der Bund weder ein EFZ noch einen Fachausweis vor (Liste der reglementierten Berufe des SBFI, Stand April 2024). Was es braucht, regeln Kanton und Gemeinde: die Anmeldung als Selbstständigerwerbende bei der AHV-Ausgleichskasse, je nach Umsatz den Eintrag ins Handelsregister, und die Hygienevorschriften für Coiffeur- und Kosmetikbetriebe (desinfizierbare Geräte, Handwaschbecken, Lagerung von Chemikalien). Nur wer Lernende ausbilden will, braucht den Berufsbildnerkurs und im Coiffeurberuf das Didaktikmodul des Verbands.
Was dir im Alltag mehr nützt als ein Titel: sichere Technik, zufriedene Kundinnen und Kunden, die dich weiterempfehlen, und ein finanzielles Polster. Viele Absolventinnen arbeiten zuerst angestellt oder mobil, also bei den Kundinnen zu Hause, bauen sich eine Stammkundschaft auf und eröffnen den Salon erst, wenn die Miete tragbar ist. Das EFZ bleibt dir offen: Nach einigen Jahren Praxis steht dir der Weg nach Art. 32 BBV offen, und mit dem EFZ später die Berufsprüfung.
Welcher Weg passt zu dir?
Die Wahl hängt weniger vom Angebot ab als von deiner Situation. Diese Übersicht ordnet die häufigsten Ausgangslagen den passenden Wegen zu.
| Deine Situation | Passender Weg |
|---|---|
| Du schliesst die Schule ab und hast eine Lehrstelle in Aussicht | Lehre Coiffeur/-euse EFZ |
| Du lernst lieber praktisch und willst einen kürzeren Einstieg | Lehre Coiffeur/-euse EBA, später verkürzte EFZ-Lehre |
| Du arbeitest seit Jahren als Coiffeur, aber ohne Abschluss | Nachholbildung nach Art. 32 BBV |
| Du willst den Beruf wechseln, hast keine Vorkenntnisse und arbeitest weiter | Coiffeur-Ausbildung mit Diplom, 12 oder 18 Monate |
| Du willst später einen eigenen Salon mit allen Dienstleistungen | Coiffeur-Ausbildung im Damen- und Herrenfach, danach Praxis |
| Du hast pausiert oder im Ausland gelernt | Wiederholungskurs mit individuellem Ziel |
| Du willst dich auf Herren und Bart spezialisieren | Barbierkurs |
Unsicher, welcher Weg passt? In der Probelektion erlebst du einen halben Kurstag im laufenden Unterricht, lernst die Kursleitung kennen und klärst deine Fragen, gratis und unverbindlich. Du kannst die Probelektion direkt über die Kursseite der Coiffeur-Ausbildung buchen oder ein Beratungsgespräch vereinbaren.
Lieber persönlich? Ruf uns an unter 044 340 10 70, schreib uns über das Kontaktformular oder per WhatsApp.
Aktualisiert am 27.10.2026



